17.01.2018, 4:11

Special - GTA 3 Story - Kapitel 16 - 20

Unser User driver2 macht sich die Mühe und schreibt eine GTA3-Geschichte, die ihr exklusiv hier auf GTAreactor bewundern könnt. Und bewundern ist keinesfalls zu hoch gegriffen - die bisher 20 Kapitel umfassende Story ist wirklich klasse geschrieben und ist auf jeden Fall die wert, gelesen zu werden!

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Kritik, Verbesserungsvorschläge und natürlich Lob für den Autor!

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Kapitel 16


Einige Tage später, war es soweit. Jones hab mir nachmittags um 4 Bescheid, dass sie den genauen Aufenthaltsort von Lisa wussten. Ich sollte so schnell wie möglich in die Villa kommen, zu einer Einsatzbesprechung.

Vor der Haustür traf ich wieder den Mann an, der das letzte mal auch schon auf mich gewartet hatte. Eer folgte mir ins Arbeitszimmer, in dem diesmal weniger Leute versammelt waren. Nur ein Mann, eine Frau und Jones selbst erwarteten mich.

„Wir müssen uns beeilen, es gibt viel zu tun.“ fing Jones an. „Wie ich gehört habe, hat das Fliegen ja gut geklappt, aber der bevorstehende Flug wird noch um einiges schwieriger. Wiegesagt, wissen wir nun wo genau Lisa steckt, sie befindet sich auf einer Insel nahe der Küste.“ Die Frau rollte eine Karte auf und breitete sie auf dem Schreibtisch aus. „Genau ... hier.“ fuhr Jones fort, wobei er auf die Karte zeigte. „Die genaue Route, die du fliegen wirst, bekommst du noch. Kommen wir zur Insel selbst .. Micheal?“ Der Mann legte auf die Karte eine Satellitenaufnahme. „Das ist die Insel, die du infiltrieren wirst. Sie ist vergleichweise groß und ist größtenteils von Wäldern bedeckt, du hast also keine schlechten Chancen erfolgreich unterzutauchen. Im Norden der Insel ist ein Berg, an dessen Hang sich alte Befestigungsanlagen befinden .. hier. Ein Tunnel führt von diesen Gebäuden zu der Basis in der Nähe des Strandes. Irgendwo in diesen Anlagen wird Lisa vermutlich festgehalten.“ Vermutlich, dachte ich, nur vermutlich. „Genauere Angaben über die Anlagen die meistens unterirdisch verlaufen bekommst du auch noch.“ beendete Jones seine Ausführungen, woraufhin die Frau das Wort ergriff: „Nun stellt uns das Problem, die Insel unbemerkt zu erreichen und zu den Anlagen zu gelangen. Nun, an der Nordseite der Insel, liegt ein weiterer Strand, der breit genug zum Landen sein dürfte. Allerdings sind dort mit starken und unberechenbaren Winden zu rechnen. Sobald du gelandet bist, wirst du weitesgehend auf dich alleine gestellt sein, außer den Informationen die wir dir geben können. Du mußt je nach Situation selbst entscheiden, was zu tun ist, da wir trotz unseren Kontakten nur ungefähre Angaben über die Insel besitzen.“

Am Ende der Besprechung, meinte Jones: „Du brauchst noch deine Ausrüstung, die kannst du am Flughafen bei Hook abholen. Morgen um 5 Uhr nachts geht es los.“ Mir war klar, dass man für diesen Job größtmögliche Konzentration brauchte, also fuhr ich direkt zum Flughafen um mein Equipment abzuholen. Es war schon eine halbe Ewigkeite hergewesen, als ich das letzte Mal so eine Ausrüstung anhatte. Ich machte mich noch etwas vertraut damit, um am nächsten Morgen nicht völlig ahnungslos dazustehen und fuhr dann nach Hause. Es muss um die 8 Uhr gewesen sein als ich einschlief ..



Kapitel 17


Das Display meiner Armbanduhr zeigte 5:00, als ich meine Ausrüstung fertig angezogen hatte. Jones, Hook, Mike und noch ein paar andere Männer standen um mich herum im Hangar, einige Meter entfernt der Dodo. Nervös schauten sie mir zu, wie ich das letzte Mal mein Euquipment überprüfte und einstieg. Jones klopfte mir auf die Schulter, auch Mike verabschiedete sich von mir. Mein Magen rumorte beeunruhigt. Der Motor sprang an, ich rollte langsam an und fuhr in die schwarze Nacht hinaus. Am Himmel waren nur wenige Sterne zu sehen und der Mond war nur eine schmale Sichel, die halb hinter Wolken versteckt war. Im Rückspiegel sah ich den beleuchteten Hangar hinter mir, während ich auf die Startbahn einbog. Ich errinnerte mich an meinen ersten Flug, wie ich aufgeregt meine ersten Kurven flog. Diesmal würde es nicht weniger spannend werden. Gleichmäßig tuckernd drehte sich der Propeller, der mich immer schneller werden ließ. Der Dodo hob ab und flog brav die erste Kurve. Den Kurs war ich in Gedanken schon zig Mal durchgegangen, außerdem war er in der GPS-Navgiation eingespeichert, aber trotzdem führte ich mehrmals kleine Korrekturen durch. Unter mir dröhnte das Meer, während hinter mir die Licher von Liberty City langsam dunkler wurden und dann ganz im Dunst verschwanden. Rechts, links, vorne und hinten war nur das dunkle Meer zu sehen, also versuchte ich nicht an das bedrohliche Wasser zu denken und mich damit abzulenken, jede Minute den Kurs zu überprüfen. Da ich mit den Augen fast die ganze Zeit nur auf den Instrumenten klebte, legte sich langsam meine Nervösität langsam. 31 Minuten flog ich so dahin, als das Funkgerät auf einmal piepte: „piep – Jones hier, wie geht's da oben? Alles in Ordnung.“ „Alles in Ordnung.“ antwortete ich. „Bin etwa auf halber Strecke nun.“ „Versuch dich möglichst an den geplanten Kurs zu halten, du weißt ja dass es um 7 schon anfängt hell zu werden, bis dahin musst du auf dem Boden sein.“ „Alles klar.“ beendete ich das Gespräch. Dort draußen über dem Meer, konnte man die Sterne um einiges besser sehen, als in der Stadt. Die Luft war klar und frisch, wie ich bemerkte, obwohl ich das Fenster nicht offen hatte. Im Gegensatz zu Liberty City, dort hing immer irgendetwas in der Luft.

Um 5:56 kamen die ersten Insel in Sichtweite, die zunächst jedoch nur auf den Geräten richtig zu sehen waren. Es dauerte nun nicht mehr lange bis zu meinem Zielort. Schon kurz nach dem Start, hatte ich um Treibstoff zu sparen den Motor abgeschaltet, so dass ich nahezu geräuschlos durch die Luft schwebte. Zusammen mit der Dunkelheit und der Tatsache dass um diese Zeit die meisten Wachen schliefen, hatte ich gute Chancen erstmal unbemerkt zu bleiben.

Die letzten Minuten vor dem Erreichen der richtigen Insel kamen mir ewig vor, dann war es endlich soweit. Das Display bestätigte meine Vermutung, die in der Dunkelheit vor mir liegende Insel musste die Richtige sein. Langsam drosselte ich die Geschwindigkeit und drehte eine Schleife über der Insel. Inzwischen hatte ich kaum Probleme, den Dodo zu steuern, aber eine Landung auf dem schmalen Sandstrand, würde nicht einfach werden. Schemenhaft erkannte ich die Insel: Den Berg, der großte Strand im Süden und hinter dem Berg den kleinen Strand, auf dem ich landen sollte. Lichter waren nirgens zu sehen, also ging ich davon aus, daß zumindest an der Oberfläche niemand Wache hielt.

Ich überlegt mir, ob ich nicht auf dem großen Strand im Süden landen sollte, verwarf den Plan aber wieder, da kein Licht kein Beweis für keine Wachen am Strand war. Da mein Flugzeug schon ziemlich langsam flog, sank ich schnell aber kontrolliert. Ich floge einen großen Bogen um die Insel herum, ein Stück weg und dann von der Osten wieder heran, auf die Spitze im Norden zuhaltend. Der Berg kam immer näher, der Abstand betrug nur noch etwa 10 Meter. Ein starker Windstoß, ein kleiner Fehler und ich würde in die steilen Klippen schlagen, die angsteinflößend auf der rechten Seite des Flugzeugs auftauchten. Je tiefer ich sank, desdo bedrohlicher wurden sie, während der Dodo durch die gefährlichen Winde stark schwankte. Mehrmals verlore ich fast die Kontrolle, als auf einmal das Flugzeug nach links kippte. Ohne den Sicherheitsgurt wäre ich gegen die linke Tür geschleudert worden. Ich ließ einen Aufgenblick das Steuer los, so dass der Dodo sich fast auf den Kopf drehte. Der Wind trieb mich aufs Meer hinaus, vom Strand weg. Ich ergriff das Steuer wieder, drückte es nach rechts. Nur ein paar Meter über den tosenden Wellen, hatte ich zwar wieder die richtige Richtung eingeschlagen, doch ich war schon viel zu tief und noch unerwartet weit von der Insel entfernt. Der Strand bot gerade genug Platz um mit einem Abstand von 1-2 Metern des rechten Flügels zur Wand zum Stehen zu kommen, doch nun kam ich im falschen Winkel auf. Das Wasser spritzte an den Scheiben hoch, beengt saß ich im kleinen Flugzeug, daß vom Meer verschluckt worden schien. Die Wellen brachen sich auf den Windschutzscheiben, der Strand zwischen ihnen nur kurz zu sehen, jede neue Welle ließ ihn ferner und unrealistischer erscheinen. In Todesangst schloss ich die Augen, ich war drauf und dran aufzugeben. Ich saß einige Zeit so da, doch dann fasste ich den Entschluss, mich auf einen möglichen Ausstieg vorzubereiten. Ich war zwar nie ein guter Schwimmer gewesen, aber ich war schon in schlimmeren Situationen gewesen. Während ich mir eine Situation überlegte die schlimmer als diese gewesen war, versuchte ich die wichtigsten Dinge zusammenzupacken, eine Hand am Steuerknüppel haltend, auch wenn ich mir nicht sicher war ob ich überhaupt noch Einfluss auf den Kurs hatte. Auf einmal gab es einen dumpfen Schlag und einen Ruck der mich mich nach vorne schleuderte. Die Wellen schlugen immer noch auf die Scheiben, die Felsen oberhalb des Strandes wirkten aber schon sehr nahe. Der Dodo schaukelte zwar hin und her, aber schien sich nicht mehr zu bewegen. Zwischen den Wellen konnte ich etwas im Wasser erkennen. Anscheinend hing ich zwischen zwei Felsen vor der Küste fest und kam kein Meter weiter, weder vor noch zurück, wobei mir vor natürlich lieber gewesen wäre ..



Kapitel 18


Verzweifelt suchte ich einen Ausweg aus dieser verzwickten Situation, einerseits um meine eigene Haut zu retten aber auch der Mission wegen. Das Öffnen der Tür, würde den halben Ozean in das Flugzeug laufen lassen, ebenso das Zerschlagen der Windschutzscheibe. Dennoch entschied ich mich für letzteres, da das Wasser dort immerhin nicht so hoch stand. Da ich kein geeignetes Werkzeug fand, nahm ich kurzentschlossen meine Pistole, die am Gürtel befestig war, zielte auf die Schreibe und schoss. Die Scheibe zerbrach nicht ganz, also schlug ich mit der Pistole noch ein paarmal zu. Schnell packte ich die wichtigsten Sachen zusammen und zwengte mich durch das kaputte Fenster. Nun stand ich auf dem Flugzeug, versuchte auf der glatten nassen Oberfläche nicht auszurutschen und schaute mich um. Der Strand lag nur grob geschätzt 5 Meter entfernt, im Stück dazwischen befanden sich große Felsbrocken. Ich hoffte sie würden nah genug beeinander liegen um auf ihnen hinüber zu kommen. Auf gut Glück sprang ich zum am nähesten liegenden Felsen. Trotz der Rutschgefahr ging es besser als zunächst vermutet. Erleichtert machte ich einen großen Schritt vom letzten Stein auf den Strand und ließ mich in den weichen Sand fallen. Bis jetzt waren nur die wichtigsten Sachen hinübergeschafft, also fasste ich mir ein Herz und wollte mich auf den Rückweg machen zum Flugzeug machen. Das Licht im Cockpit war noch an, so konnte ich mich an ihm orientieren, doch plötzlich vernahm ich ein knirschendes Geräusch, als würde etwas auseinanderbrechen. Tatsächlich sah ich, wie sich mein Flugzeug unter dem Druck des inzwischen reingelaufenen Wassers, bewegte und allmählich zwischen den Felsen verschwand. Deprimiert ließ ich mich wieder zurück auf den Strand fallen. Nachdem ich meine Gedanken etwas geordnet hatte, machte ich mich daran zu schauen was ich hatte retten können. Außer meiner Grundausrüstung, hatte ich noch einen Beutel mit Proviant an Land gebracht, den ich auch dringend gebrauchen konnte, denn ich hatte einen langen Weg vor mir. Die Grundausrüstung beinhaltete neben Waffen, Schlafsack, etwas Proviant und Ähnlichem auch ein Funkgerät, dass ich jedoch nur im absoluten Notfall oder bei erfolgreich beendeter Mission benutzen sollte. Ich wagte einen Blick auf meine Armbanduhr, die im Licht der blauen Hintergrundbeleuchtung 6:30 zeigte.

Eine steife Brise wehte um die Insel, als ich losging, den Rucksack auf dem Rücken. Ein weiter Weg lag vor mir und es war ungewiss wie er aussehen würde. Auf jeden Fall führte er mich zunächst den Strand entlang und dann an einer weniger steilen Stelle den Hang hinauf. Der Sandstrand ging in einen Steinstrand über, auf dem, je weiter ich ging, die Steine immer größer wurden. Bald musste man schon von Stein zu Stein springen um vorwärts zu kommen. Etwa um 7 Uhr kam ich an der Stelle an, bei der mein Weg den Hang hochführte. Die Sonne war gerade dabei aufzugehen, es wurde langsam hell und man sah die ersten Sonnenstrahlen. Da auf dieser Seite der Insel aber vorraussichtlich keine anderen Menschen außer mir waren, konnte ich auch im Hellen weitergehen. Um 5 Uhr war es losgegangen, also war ich etwa 3 Stunden wach und konnte den Tag, bis auf ein paar kleine Pausen, durchmaschieren.

Leider hatte ich keine Zeit den Sonnenaufgang zu genießen, ich machte mich gleich an den Aufstieg. Der Hang war dicht bewaldet, zwischendurch versperrten Gebüsche den Weg. Aufgrund der vielen Bäume und da der Hang nich besonders steil war, verzichtete ich darauf mich mit Seilen zu sichern. An den Bäumen und Wurzeln festhaltend kletterte ich Schritt für Schritt den Hang hinauf. Auf halber Höhe setzte ich mich an einen Baum um mich auszuruhen. Ich hatte vom Strand bis hier schon 40 Minuten gebraucht, also würde ich bis oben insgesamt in etwa 1 ½ Stunden brauchen. Lange hatte ich so etwas nicht mehr gemacht, meine Kondition ließ also etwas zu wünschen übrig. Früher hätte ich so einen Berg in einem Rutsch geschafft. 5 Minuten später kletterte ich weiter, je weiter ich nach oben kam, desdo weniger Bäume waren da. Als ich endlich die letzten Meter erklommen hatte, stand ich auf einem fast kahlen Gipfel, nur ein paar Kniehohe Planzen wuchsen hier und Gras, das den ganzen Boden bedeckte. Hinter mir war das Meer, vor mir breitete sich die Insel vor mir aus. Ich stand fast am höchsten Punkt, bloß der Berg links von mir war noch etwas höher. An dessem spärlich bewaldetem Hang konnte ich einige Gebäude sehen, warscheinlich die Anlagen von denen mir berichtet wurden. Der Blick auf die Insel im Licht der aufgehenden Sonne war überwältigend, fast hätte ich den eigentlichen Grund meines Aufenthalts vergessen, wie ich da stand und den hübsch geformten Südteil der Insel betrachtete, mit seinem langen Strand und dahinter dem blau-grünem Meer ..



Kapitel 19


Nachdem ich mich schließlich doch noch von der Aussicht losgerissen hatte, wanderte ich weiter, quer den Berg hinab. Der Weg war zwar weiter als der vom Strand auf den Hügel, aber auch unbeschwerlicher. Noch einige Zeit konnte man den Blick über die Insel genießen, weiter unten wurden die Bäume dann aber immer dichter, so daß ich mich nur noch mit Karte und Kompass orientieren konnte. Froh, den steilen Aufstieg mit dem schweren Gepäck hinter mir zu haben, lief ich durch die üppige Vegetation, durch kleine Lichtungen, überquerte einen Bach und kam dann in immer dichter werdenden Wald. Trotzdem gab es erfreulicherweise keinen größeren Probleme. Es wurde schnell Abend und trotz mehreren Pausen war ich todmüde. Neben einem dicken Baum baute ich mein Lager auf, unter der Plane die mich gegen Regen schützen sollte legte ich meinen Schlafsack zurecht. Ich hatte schon fast mein Ziel erreicht, die Basis in der Nähe des Strandes, aber nun kam ich in bewohntes Gebiet, das heisst, es könnte mir jemand über den Weg laufen, der mich besser nicht entdecken sollte.

Trotz meiner Müdigkeit schlief ich nicht lange, 4 Stunden vielleicht. Um nicht entdeckt zu werden, war es sowieso besser nachts weiterzugehen. Dank des Nachtsichtgeräts aus meiner Ausrüstung, wurde die Nacht zum Tage und es ging besser voran als ich vorher vermutet hatte. Allerdings passte ich nun dreimal so viel auf wie vorher, schaute mich immer um und sah nach Wegen auschau, die ich lieber meiden wollte. Die geplante Router führte mich an einem Bach entlang, weiter auf den Strand zu. Durch die Bäume konnte ich plötzlich helles Licht sehen, das mich mit dem Nachtsichtgerät blendete. Ich nahm es ab und schliech mich langsam an. Bei jedem knacksen eines Zweigs blieb ich kurz stehen und lauschte, bis ich an ein Gebäude kam. Das Licht schien aus einem Fenster, das mit einem Gitter versehen war. Vorsichtig warf ich einen Blick hinein, es war ein großes Zimmer, mit einem Tisch in der Mitte um den 3 Männer saßen und Karten spielten. Auf der gegenüberliegenden Seite befand sich eine Tür, ein paar Meter daneben führte eine Treppe zu einer tiefer gelegenen Tür, warscheinlich in das Tunnelsystem, das von den Anlagen am Berg hinunter zum Strand führte. Ich zog mich zurück und ging um das Haus herum, auf der anderen Seite führte eine Straße entlang, niemand war zu sehen. Das Gebäude bestand anscheinend nur aus dem einen Zimmer und stellte wohl eine Art Wachhaus da. Ein Stück weiter war eine alt aussehende geöffnete Schranke, sie sah auch nicht so aus, als wäre sie vor kurzem einmal geschlossen gewesen.

Ein Geräusch ließ mich ins Gebüsch flüchten.Ein Licht erschien zwischen den Bäumen, da fuhr ein Lastwagen den Berg hinrunter. Vor der offenen Schranke, direkt neben dem Haus hielt er an, der Fahrer stieg aus, der Beifahrer blieb sitzen. Von meinem Versteck, war das Haus zwar vom Lastwagen verdeckt, aber ich konnte aufgrund eines Lichtscheins erraten das jemand die Tür aufgemacht hatte. „Naaa, Abend!“ sagte einer der Männer laut. Die Tür schien wieder zuzugehen und sie unterhielten sich weiter, aber nicht so laut das ich etwas verstehen konnte. Der im Wagen zurückgebliebene Mann stieg offensichtlich gelangweilt aus und kramte in seinen Taschen herum. Er lief um den LKW herum, während sein Feuerzeug zischte. Mit der Zigarette im Mundwinkel lehnte er sich gegen die Kühlerhaube und starte irgendwo auf den Himmel. Wie gern hätte ich jetzt die Chance genutzt und den Lastwagen vor der Nase weggeklaut, aber das war in der gegenwärtigen Situation doch etwas zu riskant.

Nicht lange später kam ein anderer Mann als der Fahrer von vorher aus dem Haus und setzte sich ans Steuer. Der Beifahrer warf seine Zigarette auf den Boden und stieg ebenfalls ein. „Na, alles klar da oben?“ erkundigte sich der neue Fahrer. Sichtlich genervt antwortete der Beifahrer: „Nichts – wie immer.“ „Na, dann freu' dich schonmal über deine Versetzung an den Strand.“ „Warum?“ „Lebt ihr da oben hinterm Mond? Weiß doch jeder inzwischen. Der Boss versteckt irgendein Mädchen hier, die soll die Belegschaft ganz schön auf Trab halten. Aber wo sie genau ist, wissen nicht viele, eben nur der Boss und die Leute die sich um sie kümmern. Und eben die Security.“ „Die mit ihrem neumodischen Zeugs .. die sollten lieber eine gute Knarre einstecken und gut is ..“ meinte der Beifahrer. Der Motor sprang wieder an und ich hörte den Fahrer nurnoch sagen: „Lass das mal deren Sorge sein, auf jeden Fall bezahlt uns der Boss nich für Schwätzchen ..“ Der LKW verschwand langsam zwischen den Bäumen, nur in etwa konnte ich den Straßenverlauf erahnen ..



Kapitel 20


Laut Jones Informationen, bestand die Basis am Strand aus vielen, meist unterirdisch gelegenen Gebäuden, die ich nicht alle durchsuchen konnte. Ich musste also irgendwie den genauen Standort von Lisa herausbekommen. Der Straße folgte ich in großem Abstand, denn es war inzwischen wieder hell geworden. Die ersten Sonnenstrahlen beleuchteten den sandigen Straßenbelag, der grell zwischen den Bäumen aufleuchtete so dass ich, obwohl der Wald hier wieder recht dicht war, keine Probleme hatte meinen Weg zu finden.

Kurz vor Mittag kam ich an einen Zaun, das hatte ich nicht erwartet. Ich hatte vorrausgesetzt, dass ich wenigstens bis zum Eingang des Gebäudekomplexes ohne Probleme kam, also überlegte ich erstmal was ich tun sollte. Erst einmal ging ich am Zaun entlang nach rechts, in Richtung Straße, an die ich auch bald kam. Weder hier noch an der Stelle vorher, konnte man duch den Zaun etwas Bestimmtes erkennen, nur weit und breit Bäume, genauso wie auf meiner Seite des Zauns auch. An der Straße befand sich ein Tor, das etwas schmaler als der Fahrweg war, aber breit genug für einen großen Wagen, wie der LKW den ich gesehen hatte. Eine Wache oder eine Kamera war nirgends zu sehen, also versuchte ich mein Glück und machte mich daran das Tor zu öffnen. Im letzten Moment, bemerkte ich sein leises Summen, der Zaun und das Tor standen unter Strom, vielleicht waren sie sogar an ein Alarmsystem angeschlossen.. Ich zuckte mit der Hand zurück und beschloss erst einmal weiter den Zaun entlang zu gehen. Nicht weit entfernt, fiel mir gleich ein Baum auf, dessen Äste weit über den Zaun reichten, vielleicht konnte ich damit das Hinderniss überwinden. Obwohl mir eine Kletterpartie mit meinem Rucksack nicht zusagte, machte ich mich daran den stämmigen Baum zu erklimmen. Der Zaun war bestimmt 7 Meter hoch, entsprechend hoch musste ich also auch klettern um über ihn drüberzukommen. Auf einem dicken Ast schaute ich mir den weiteren Weg an: Zwei Äste verliefen über den Zaun, etwa gleich stark aussehend und fast auf gleicher Höhe. Als ich mich noch etwas umsah, konnte ich in der Ferne zwischen den Bäumen ein Gebäude erkennen, nach der Karte musste es einer der Eingänge zum Tunnelsystem sein. Rechts strahlte der Sandstand durch die Bäume, dahinter war das Wasser zu erahnen, das mit dem Himmel zu verfließen schien.

Ein vorsichtiger Schritt nach vorne ließ mich erahnen, dass mein gewählter Ast einigermaßen stabil war. Auf allen Vieren kriechend kam ich langsam vorwärts, ein Stück, etwa 50 cm, auf der anderen Seite des Zauns wurde der Ast zu schmal, so dass ich herunterspringen musste. Der Boden war mit Gras und Blättern bedeckt, das meine Landung etwa sanfter machte, als ich mit den Füßen zuerst aufkam. Mein weiterer Weg führte mich weiter durch den Wald auf das durch die Bäume zu erahnende Gebäude zu. Von Nahem konnte man erkennen dass es sich um einen grauen Bau handelte, der irgendwie nicht zur grünen Umgebung und dem blauen Meer passte. Es war nicht hoch, ragte nur gut einen Meter aus der Erde und sah eher wie ein Bunker aus. Wie breit und lang es war, vermochte ich nicht zu sehen, aber der größte Teil lag, nach meinen Plänen, sowieso unterirdisch. Obwohl ich fast nicht wusste was mich erwarten würden, ging ich zielstrebig auf die Stelle zu, wo der Eingang vermutet wurde. Die letzten Meter ging ich in geduckter Haltung kurz davor blieb ich hocken und sah mich um: Links führte ein Fußweg zu der Straße die ich die ganze Zeit verfolgt hatte, direkt vor mir lag das graue Gebilde ruhig im Wald. Aus dem Inneren war kein Ton zu vernehmen, Fenster konnte ich, zumindest auf dieser Seite, keine entdecken. Prüfend sah ich erst noch einmal meine Ausrüstung durch, ab hier würde es bestimmt nicht mehr ohne Probleme weitergehen, in einem Gebäudekomplex welches ich nichtmal kannte geschweigedenn wusste wo ich zu suchen hatte. Ich wagte mich schließlich hervor, ging auf die Metalltür zu, die die einzige Abwechslung im eintönigen Anblick des Gebäudes bot und öffnete sie langsam ..

Fortsetzung folgt...!
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