17.01.2018, 4:10

Special - GTA 3 Story - Kapitel 6 - 10

Unser User driver2 macht sich die Mühe und schreibt eine GTA3-Geschichte, die ihr exklusiv hier auf GTAreactor bewundern könnt. Und bewundern ist keinesfalls zu hoch gegriffen - die bisher 20 Kapitel umfassende Story ist wirklich klasse geschrieben und ist auf jeden Fall die wert, gelesen zu werden!

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Kritik, Verbesserungsvorschläge und natürlich Lob für den Autor!

Kapitelauswahl: 01 - 05 | 06 - 10 | 11 - 15 | 16 - 20



Kapitel 6


Ich stand gegen 7 auf und fuhr gleich zu Lucas Sani's Stammkneipe. Es war ein heruntergekommenner Laden, mit kleinen Fenstern und starkem Rauchgeruch im Inneren. Ich sah nur einen Mann auf den Milbert's Beschreibung passte, er saß mit einem anderen Mann an der Theke. Ich ging so lässig wie möglich zu ihm hin und unterbrach ihn höflich: "Entschuldigung, sind Sie Lucas Sani?" Er blickte mich kurz schweigend an und gab dem anderen Mann ein Zeichen der sich daraufhin zurückzog. "Was wollen Sie?" fragte er auf seltsam freundliche Art und Weise. "Ihnen einen ausgeben." erwiderdete ich lachend und gab ihm einen freundschaftlichen Schlag auf den Rücken, als würden wir uns schon Jahre kennen. Ich bestellte ihm sein Lieblingsgetränk und tastete mich langsam zum eigentlichen Thema vor: "Und was gibt's Neues?" Er trank aus und ich bestellte ihm ein weiteres Glas. "Was meinst du?" fragte er. "Nichts besonderes, zum Beispiel irgendetwas über einen gewissen Jones?" "Jones? Jaja, da kann ich dir vielleicht Geschichten erzählen .." Doch er machte keine Anstalten etwas zu erzählen. "Was für Geschichten?" fragt ich nach. "Naja, du weisst doch, er is' vor kurzem hergezogen. Und weisste was, ich hab in seiner alten Stadt gewohnt. Da war vielleicht was los. Er war ständig in Untersuchungshaft wegen irgendwelchen Drogen, wäre fast mal vor Gericht gekommen. Hat gehauptet sein alter Geschäftspartner hätte etwas damit zu tun gehabt, aber beweisen konnten sie ihm auf jeden fall nichts." "Weisst du etwas über die Villa an den Klippen? Wem gehört sie jetzt?" "Die geheimnisvolle Villa, ohoh. Die ist im Besitz irgendeines Maklers, wird manchmal vermietet. Jones soll daran Interesse gezeigt haben .." Ich war aufgeregt wie ein Kind, das musste die richtige Spur sein!


Am Nachmittag wollte ich Joey wieder einmal einen Besuch abstatten. Ich wollte endlich erfahren was los war, in der Nacht als er anrief. Also fuhr zum Flughafen und ging in den Bereich in dem Joey für gewöhnlich arbeitete. Jedoch war er an seinem Stammplatz nicht aufzufinden, also fragte ich einen Kollegen von ihm wo ich ihn finden könnte. Da er mir jedoch keine Auskunft darüber geben konnte, verwies er mich auf seinen Chef, der gerade mit 2 weiteren Männern Waren auslieferte. Er sollte ganz in der Nähe des Flughafens zu finden sein, in einer kleinen Lagerhalle für irgendwelche exotischen Früchte. Dort angekommen ging ich auf das Lagerhaus zu, dessen Tür angelehnt war. Ich hörte Stimmen aus dem Inneren des Gebäudes, die sich der Tür näherten. Ich blieb wie angewurzelt stehen. War das nicht .. eine Stimme kam mir bekannt vor. Ich duckte mich schnell hinter eine Reihe von Fässern, als die Tür aufging. Ich traute meinen Augen kaum, der Mann der dort die leere Kiste trug war einer der Männer die mich entführt hatten, der Nervöse! Obwohl ich einige Meter weit weg versteckt war, konnte ich jedes Wort verstehen. "Seit Joey weg ist häuft sich die Arbeit." "Ja, hätte nich gedacht der Trottel so viel schafft." "Weiss eigentlich keiner was mit ihm is?" Der Nervöse lief schweigend nebenher. "Hey Mike, stell die Kiste da hin, wir fahren dann." Mike, das war also sein Name. Ich blieb in der Hocke während ich versuchte meine Gedanken zu ordnen. Joey war anscheinend verschwunden. Ob das etwas mit dem nächtlichen Anruf zu tun hatte? Nachdem die zwei Männer und Mike davongefahren waren, ging ich nachdenklich zurück zu meinem Auto, das um die Ecke geparkt war. Was hatte es bloss mit Joey's Verschwinden auf sich ..



Kapitel 7


Bisher hatte ich nur einige Bruchstücke des Puzzels finden können, also entschied ich, mich an Mike zu halten. Er war die einzige Bezugsperson die offensichtlich etwas mit meiner Entführung und Joeys Verschwinden zu tun hatte. Ich wusste das Joey jeden Tag, außer am Sonntag, an dem er frei hat, um 12:30 Mittagspause und um 17 Uhr Feierabend hatte und nahm an dass es bei Mike genauso war. Deshalb wartete ich am nächsten Tag mit meinem Wagen vor der Flughafeneinfahrt und hoffte das Mike bald auftauchen würde. Ich wartete etwa 10 Minuten bis meine Geduld belohnt wurde: Mike kam zu Fuss geschlendert und schlug den Weg Richtung U-Bahn ein. Ich liess meine Auto stehen und folgte ihm im größtmöglichen Abstand. Er ging auf das Gleis für die Züge in Richtung Portland und wartete auf die nächste Bahn. Er stieg recht weit vorne ein, also nahm ich eines der hinteren Abteile. Bei jeder Haltestelle warf ich einen vorsichtigen Blick aus der Bahn um zu sehen ob er ausstieg, bis wir endlich an sein Ziel angekommen war.


An der Oberfläche ging er zielstrebig auf ein Wohnhaus zu und schloss die Tür auf. In das Treppenhaus zu folgen wäre zu riskant gewesen, also wartete ich in einiger Entfernung und erhoffte mir einen Hinweis darauf welches seine Wohnung war. Plötzlich ging im 3. Stock das Fenster auf und Mike schaute aus dem Fenster. In letzter Sekunde konnte ich mich hinter einer Hausecke verstecken, bevor er in meine Richtung sah. Ich wagte erst nach einigen Miunten wieder um die Ecke zu schauen, das Fenster war immernoch offen. Ich ging etwas näher ran und mir fiel ein Zimmer mit Fenster in den Hof auf, bei dem als einzigstes die Vorhänge vorgezogen waren. Ich blieb einige Zeit hinter einem Busch sitzen, bis Mike wieder aus der Wohnung kam. Er rannte im Laufschritt auf die Hauseigene Garage zu und erschien eine halbe Minute später am Steuer eines schwarzen Sportwagens. Ich wusste er könnte mich damit locker abhängen, also blieb ich weiterhin im Hintergrund. Um ihn zu verfolgen, musste ich mir zuerst einmal ein Auto 'ausleihen, also lief ich auf die Straße und fand zum Glück schnell eins.

Ich blieb in einigem Abstand hinter ihm, es war nicht einfach ihm auf der freien Strasse zu folgen ohne das es im auffiel. Er fuhr in Richtung Hafengebiet und bog dann in eine Seitenstrasse ab. Ich fuhr an ihm vorbei und parkte um die Ecke. Ich stieg aus und ging ein Stück zurück um zu sehen was er vorhatte. Ich konnte sehen wie er in ein Lagerhaus ging, also folgte ich ihm. Gerade als ich durch die Tür getreten war, hörte ich ihn schon zurückkommen, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich schaute mich nach einem Versteck um und sprang kurzentschlossen hinter einen Stapel aus leeren Paletten. Ich sah ihn vorbeigehen und das Tor abschliessen. Verdammt, dachte ich, wäre ich bloss raus gegangen. Trotz der misslichen Lage fing ich an das Lagerhaus zu durchsuchen. Fast alles stand voll mit Kisten mit der Aufschrift: "LC Trade Company". Ich suchte nach einem Ausgang, aber ich hatte zunächst kein Glück. Ich hatte es schon fast aufgegeben, als ich eine von Brettern versteckte Tür bemerkte. Die Bretter liesen sich leicht zu Seite schieben, so als wäre es eine extra eingerichtete Geheimtür. Hinter der Tür führte ein kurzer Gang nach links und rechts. Am linken Ende des Gangs befand sich ein kleines Zimmer, eine Art Büro. Ich kramte ein bisschen in den Regalen und dem Schreibtisch rum, also mir ein Papier auffiel, auf dem in grossen Lettern stand: "LC Trade Comany". Es war ein Kaufvertrag für die Firma. Als ich sah wer der Käufer war wurde mir einiges klar: Es war Jones höchstpersönlich.


Auf einmal hörte ich wie ein Auto direkt vor dem Gebäude anhielt, Türen gingen, das Tor wurde aufgeschlossen. Ich liess den Vertrag fallen und versuchte alles wieder so wie vorher hinzulegen. Das Zimmer hatte nur ein kleines Fenster, also rannte ich in den Gang und lief zum anderen Ende. Hinter mir öffnete sich die vorher von Brettern verdeckte Tür. Wieder einmal retteten mich herumstehende Kisten. Das wird langsam zur Gewohnheit, dachte ich. Ich sah die Männer direkt auf mich zukommen. Ich kam nicht darauf was sie vorhatten, sie gingen direkt auf mein Versteck zu, stoppten davor und fingen an die Kisten in meine Richtung zu schieben. Ich kroch zurück während die Kisten weiter auf mich zukamen, hinter mir war direkt die Wand. Ich hatte fast kein Platz mehr als sie plötzlich aufhören und sich am Boden zu schaffen machten. Nachdem sie fertig waren, hörte ich sie eine Treppe runtergehen. Jetzt wurde mir alles klar, die Kisten hinter denen ich mich versteckte sollten die Falltür verdecken. Ich wagte einen Blick. Da nichts von den Männern zu sehen war, verliess ich mein Versteck und ging zügig nach draussen. Glücklicherweise war das Tor noch offen, so das ich das Lagerhaus ohne weitere Probleme verlassen konnte. Ich wartete ein paar Minuten in einiger Entfernung und sah wie zwei Männer aus der Tür kamen, einen dritten in deren Mitte. Ich staunte nicht schlecht als ich ihn sah: Es war Joey! Jetzt war es klar, Jones musste etwas damit zu tun haben, schließlich gehörte ihm das Lagerhaus. Ich wollte die drei verfolgen, aber sie waren zu schnell weg, dafür das mein Auto weiter weg geparkt war. Sie hatten es offensichtlich eilig.


Ich war ein ganzes Stück weitergekommen: Ich wusste nun wo der Nervöse aka Mike wohnte und das er für Jones arbeitete. Leider wusste ich das neue Versteck nicht in dem sie Joey gefangen hielten, aber dahinter würde ich auch noch kommen. Ich beschattete Mike noch einige Tage, aber dummerweise ging er nicht einmal zu Joey's Versteck. Als ich es gerade leid hatte ständig stundenlang im Auto zu sitzen und auf Mike zu warten, passierte etwas ..



Kapitel 8


Zunächst fand ich heraus das Jones definitiv der neue Mieter der Villa auf Portland war und ich wusste von Lucas Sani wo er oft zu finden war: In seinem Stammlokal in Stauton. Da es nicht gerade ein Lokal für die untere Bevölkerungsschicht war, besorgte ich mir zunächst ein geeignetes Outfit. Gerüstet mit Anzug und Krawatte betrat ich am Abend um 8 Uhr und 15 Minuten das Luxuslokal "Zur Goldrute". Ich hatte Jones bisher nur auf Bildern gesehen, dennoch erkannte ich ihn sofort. Er war in Begleitung einer gutaussehenden Frau und sie setzten sich unweit von mir an einen Tisch. Das Essen war jedoch das einzigste was dieser Besuch erbrachte. Später als Jones und seine Begleitung gingen bezahlte ich und stand ebenfalls auf. Jones und die Frau stiegen in getrennte Limusinen ein, also folgte ich Jones. Er fuhr nicht besonders schnell und als er an seinem Ziel in Shoreside Vale angekommen war, waren gut 30 Minuten vergangen.

Er wohnte in einer der Villen am Hang unter dem Observatorium. Ich bemerkte keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen so dass ich mich einmal etwas näher umsah. Ich suchte mir einen Weg ins Haus, obwohl Jones noch zuhause war. Ich spekulierte darauf, dass er später noch einmal ausgehen würde. Vom Pool aus führte eine Treppe in den Keller, die Tür war seltsamerweise nicht abgeschlossen. Mein weiteres Vorgehen war also klar. Etwa 20 Minuten später bestätigte sich mein Verdacht, eine Stretch Limosine fuhr vor und hupte. Jones kam aus dem Haus gelaufen und stieg ein, die Aktion Villa konnte beginnen ..

Ich hoffte das Jones kein Hausmädchen hatte, das mir im Weg sein könnte. Ich öffnete die Tür zum Keller und durchquerte den Raum bis zu einer weiteren Tür, hinter der eine Treppe war, die ein Stockwerk nach oben führte. Oben angekommen spähte ich vorsichtig in alle Räume, im ganzen Haus war keine Menschenseele. Schnell machte ich mich daran ein wenig herumzustöbern, ich wusste schließlich nicht wieviel Zeit ich hatte. Das Haus sah so aus, als wäre es mobiliert gemietet worden, lediglich ein paar persönliche Gegenstände ließen auf den Bewohner schließen. Das Arbeitszimmer im oberen Stock war das einzige etwas unordenliche, warscheinlich verbrachte er hier seine meiste Zeit. Ich kramte in den Schubladen und Blätterhaufen herum, möglichst so das man es später nicht bemerken würde. Anscheinend hatte Jones auf der ganzen Welt mit Warentransport zu tun, ich fand Verträge aus vielen Ländern der Erde. Die "LC Trade Company" war allem Anschein nach der erste Vertrag in Liberty City. Ich fragte mich, was jemand wie Jones gegen mich haben könnte. Das ergab keinen Sinn, ich hatte nichts was er wollte und war ihm auch nicht im Weg. Zumindest wusste ich nichts davon. Nachdem ich das ganze Zimmer und den größten Teil der Wohnung durchsucht hatte, schlug die Standuhr Mitternacht. Wie schnell die Zeit vergangen war! Ich war zwar nicht viel schlauer als zuvor, aber ich brach die Suche trotzdem ab. Komisch das Jones so lange wegblieb. Ich ging auf dem gleichen Weg auf dem ich gekommen war und fuhr nach Hause, ich hatte es ja nicht weit ..



Kapitel 9


Ich wusste nun wo genau Jones wohnte, also observierte ich seine Villa und das Praktischste war: Ich musste keinen Fuß vor die Tür setzen. Vom Fenster meines Appartements hatte man einen wunderbaren Blick auf das Villenviertel und ich installierte eine Kamera, die ich noch von früher hatte, halb hinter dem Vorhang versteckt. Mit maximalen Zoom konnte man die Villa wunderbar überwachen, sie war ja nicht weit entfernt. Mehrmals am Tag fuhren Limosinen vor, am Abend wurde Jones selbst abgeholt. Wenige Tage später beschloss ich ihm zu folgen, also wartete ich gegen 20 Uhr in der Nähe seiner Villa. Er wurde wie jedesmal von einer schwarzen Stretch abgeholt, die auch an diesem Tag wie üblich die Strasse in Richtung Tunnel nahm. Im Tunnel fuhr sie an der Abzweigung zum Francis Int. Airport und der nach Staunton Island vorbei, direkt nach Portland. Gleich nachdem sie den Tunnel verlassen hatte, fuhr sie die zweite Strasse nach links, den Hügel hoch. Oben angekommen bog Jone's Wagen in den Weg in Richtung der Villa an den Klippen ein, was mich nicht sehr überraschte. Ich parkte auf dem Gehweg und folgte dem Weg zu Fuss an den Ort meiner Flucht. Ich versteckte mich hinter einem Busch und konnte beobachten wie Jones in der Villa verschwand. Ich sass etwa 20 Minuten so da, während nichts Besonderes geschah. Ich überlegte gerade was ich tun sollte, als plötzlich Jones aus der Villa auftauchte. Er ging die Treppe hinunter und stieg hastig in eins der Autos die vor dem Haus gparkt waren. Ich registrierte das Eile geboten war und rannte geduckt den Weg zurück in Richtung Strasse, an der mein Auto geparkt war. Jones überholte mich auf halber Strecke. Als er vorbei war rannte ich richtig los und sah ihn gerade noch in Richtung Hafen verschwinden, als ich die Tür meines Wagens aufmachte. Ich fuhr mit quitschenden Reifen an, hinter Jones her. Ich hoffte darauf ihn hinter der nächsten Kurve wieder in Sichtweite zu haben, da dort mehrere Abzweigungen waren und ich ihm sonst auf gut Glück hätte folgen müssen. Ich rutschte in die Kurve und sah Jones Auto in gemäßigtem Tempo in die zweite Strasse links einbiegen. Ich gab noch Vollgas bis ich wieder in Sichtweite war. Er fuhr am Krankenhaus vorbei, anscheinend wollte er zur Brücke, nicht wie zunächst vermutet in den Hafen. Ein Lastwagen hätte die Verfolgung fast zum scheitern gebracht, als er sich mir quer in den Weg stellte, obwohl ich Vorfahrt hatte. Ich musste stark abbremsen und nach links ziehen um einen Zusammenstoss zu verhindern. Ich hoffte, dass Jones nicht auf mich aufmerksam geworden war. Die weitere Fahrt verlief ohne größere Probleme, ich wurde ein paar mal etwas nervös, als ich an der Ampel warten musste, kam dann aber etwa 20 Sekunden später als er an seinem Ziel an. Vorsichtshalber fuhr ich an ihm vorbei und hielt um die Ecke. Ich ging zügig aber vorsichtig zurück. Die Strasse war voll mit Menschen, wir hatten in der nähe des Stadions gehalten und gleich sollte ein Spiel beginnen, deshalb hatte ich einige Mühe Jones zu finden. Ich ging etwas abseits vom Zuschauerstrom, als ich ihn entdeckte. Er ging auf der anderen Strassenseite entlang und überquerte dann die nächste Querstrasse, wo er ein paar Meter weiter in einem Haus verschwand. Ich lief bis zur Tür, die angelehnt war und trat langsam hindurch. Sie führte in ein Treppenhaus. Links ging eine Treppe nach unten, vermutlich in den Keller. Ich hörte jemanden reden, dann kam plötzlich jemand die hinauf. Ich floh die Treppe hoch um nicht entdeckt zu werden. Ich hörte die Tür zufallen, also ging ich langsam wieder in Richtung Erdgeschoss, niemand war zu sehen. Ich beschloss mir den Keller einmal anzusehen. Die Treppe knarzte, als ich langsam Stufe für Stufe nach unten ging. Sie mündete in einen spärlich beleuchteten Gang, nur eine nackte Glühlampe hing an der Decke. Auf beiden Seiten befanden sich mehrere Türen, am Ende des Ganges stand ein alter Schrank. Ich drückte die Klinke der ersten Tür auf der rechten Seite herunter und öffnete sie langsam. Die Schaniere quitschten, als ich die Tür langsam aufdrückte und in den Raum trat. Er war fast vollkommen dunkel, bis auf ein kleines Fenster, welches einen schwachen Lichtschein von einer Straßenlaterne in das Zimmer ließ. Außer einem Tisch und einige Fässer war der Raum leer. An einer Wand standen einige Bretter. Ich errinnerte mich an das Lagerhaus im Hafen, in dem Joey versteckt war, bevor er weggebracht wurde. Ich versuchte mein Glück und machte mich daran die Bretter beseite zu schieben.

Ich war etwas enttäuscht als ich nichts dahinter fand, gab die Suche aber trotzdem nicht auf. Auf einmal fiel mein Blick auf einen Schrank, in einer dunklen Ecke hinter der Tür, der mir vorher nicht aufgefallen war. Ich öffnete ihn. Es befanden sich einige Aktenordner und Klamotten darin, beides sah schon einige Jahre unberührt aus. Es war ein recht grosser Schrank, aber trotzdem versuchte ich ihn zu verschieben. Es gab ein lautes Geräusch, als der Schrank über den rauen Boden rutschte und ich fuhr erschrocken zusammen. Ich stand einige Sekunden still da. Ich vermutete das sowieso niemand im Keller war, also machte ich weiter. Ich schob den Schrank etwa einen Meter von seinem Platz weg und schaute dann erst auf die freigewordene Wand. Ich hatte eine versteckte Tür gefunden! Auf dem Boden waren Abdrücke von den Schrankfüssen zu sehen, er war offensichtlich lange nicht mehr bewegt worden. Aufgeregt schob ich die Tür auf. Ein Lichtschein fiel durch den Türspalt. Ich wollte die Tür ganz aufstossen, aber etwas blockierte sie. Also zwängte ich mich durch den offenen Spalt. Ich fand mich in einem Raum mit Bett, Schränken und Tisch wieder, kein Luxusappartement, aber alles was man brauchte. In der Ecke befand sich noch eine Tür, sie führte anscheinend in das Bad. Ich sah mich etwas genau im Zimmer um, komischerweise war das Licht, eine Glühbirne an der Decke und eine Nachttischlampe, angeschaltet. Ich sah mir gerade den Schreibtisch an, als plötzlich jemand hinter mir sagte: "Hey!"



Kapitel 10


Ich drehte mich blitzschnell um. Da stand Joey in der Tür zum Bad. "Joey!" sagte ich erleichtert. "Du?!" erwiederte er unerwartet ärgerlich. "Was machst du denn hier?" "Na, dich befreien, bist du denn nicht entführt entführt worden?" "Ich entführt? Warum?" fragte er überrascht. "Jones hat mich hier versteckt." "Jones? Aber .." "Als ich dich neulich angrufen hab, mitten in der Nacht, da wurde ich verfolgt. Ich wusste zuviel. Jones hat mich dann hier versteckt. Wie du vielleicht schon weisst, ist er ein einflussreicher Mann, und nicht nur reich an Einfluss. Auch reich an Feinden. Ein ehemaliger Geschäftspartner von ihm, Don Jend, hat schon mehrere Unternehmen von ihm sabotiert um seine Geschäfte zu untergraben. Einmal ist sogar eine ganze Fabrik von ihm in die Luft geflogen. Deshalb ist Jones hierher nach Liberty City gekommen, aber Don Jend ist ihm gefolgt. Ich beobachtete Jend eines Abends am Flughafen, als er einen Deal über die Bühne brachte, mit einem Drogenhändler oder sowas. Seit er das weiss verfolgt er mich, weil ich der einzige Augenzeuge bin. Jones hat sozusagen seine Private Geheimpolizei gegründet um gegen Don Jend vorzugehen. Übrigens, Mike ist auch einer von Jones Leuten, er war es auch der mich mit ihm bekannt gemacht hat. Er arbeitet sozusagen 'Undercover' bei Jend."

Von dieser Masse an Informationen erschlagen, liess ich mich aufs Bett fallen. Die ganze Geschichte hatte eine unerwartete Wendung genommen. Nun wusste ich warum ich nichts finden konnte, was Jones gegen mich haben könnte. Eigentlich wusste ich gar nichts über meine Entführer. Ich fragte ungläubig: "Aber, die Villa in Portland, gehört doch Jones." "Ja, das stimmt, jetzt schon. Aber am Tag deiner Entführung war sie noch an Jend vermietet."

Ich wusste immernoch nicht WARUM ich nun überhaupt entführt worden war, also fragte ich einfach: "Und was hat Jend gegen MICH?" "Von Jones habe ich erfahren dass Jend schon längere Zeit mit Drogen handelt. Er ist nicht das erste Mal in Liberty City tätig, er war schon einmal da und hat sich eine "Filialle" aufgebaut, die du zerstört hast." "Ich?!" "Erinnerst du dich noch an die Sache mit dem Schiff? Das du zusammen mit 8ball im Hafen versenkt hast? Das WAR Don Jend's Filialle .."

Nun wurde mir einiges klar, Jend hatte herausgefunden, wer die Wachen auf dem Schiff ausgeschaltet hatte, damit 8ball in Ruhe die Bombe legen konnte. Er wollte sich dafür rächen .. oder verhindern das es nochmal geschah. Schließlich wusste er nicht, dass ich damals nur im Auftrag handelte und ihn nichtmal kannte.

"Aber was hat Jones nun vor?" fragte ich weiter, während ich in Gedanken mein altes Bild der Sache in den Papierkorb warf. "Er will nur seine Ruhe haben und seinen Geschäfte nachgehen, seine Männer sorgen dafür das möglichst nichts geschieht." "Warum lässt er Jend nicht einfach .. du weisst schon." "Jones ist nicht so einer, der seine Probleme mit Morden löst. Auch wenn seine 'Geheimpolizei' nicht ganz legal ist, Mord kommt für ihn nicht in Frage." "Aber so ist er ständigem Druck ausgesetzt, wenn er ein für alle mal.." "Sag das IHM. Aber eigentlich hat er ja Recht, das würde nur noch mehr Probleme geben. Jones sagt immer, wir müssten auf eine Gelegenheit warten um Jend zu 'überreden' sich nicht mehr mit ihm anzulegen." "Wie stellt er sich das vor?" "Was weiss ich ..." "Und nun?" "Ich werde mich erstmal weiter hier verstecken müssen, für dich interessiert er sich anscheinend doch nicht so sehr, also kannst du ruhig wieder nach Hause gehen. Aber besser wäre, ich mache dich mit Jones bekannt. Er kommt jeden Mittwoch hierher, um etwa halb 9 Uhr abends. Komm da am besten auch .." "Ok, mach ich .."

Ich stand vom Bett auf und wollte wieder durch die Tür gehen, durch die ich reingekommen war, da lachte Joey: "Du musst nicht immer den Lieferanteneingang nehmen!" Er öffnete die Tür am anderen Ende des Raums, die in den Flur führte. "Einfach 3 Mal kurz klopfen, dann mach ich dir auf. Und schieb bitte den Schrank wieder vor die andere Tür." Ich ging in den Flur und in das Nachbarzimmer in dem ich die versteckte Tür gefunden hatte und folgte seiner Bitte. Ich ging die Holztreppe wieder nach oben und trat aus der Tür. Es war jetzt 23:53, die Zeit im Keller war wie im Flug vergangen. Die frische Luft tat gut um einen klaren Kopf zu bekommen. Zugegeben, sie war leicht mit Abgasen angereichert, aber wenn man in der Grossstadt lebt, kommt einem die Luft um 7 Minuten vor Mitternacht in einer abgelegenen Strasse eben frisch vor...

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